Rückgang der EEG-Umlage: Kein Vorteil für Verbraucher

Die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz Umlage) soll vom momentan 6,792 Cent je Kilowattstunde auf 6,405 im Jahr 2019 fallen – was einem Rückgang um 5,7 Prozent entspricht. Das jedenfalls teilten die Übertragungsnetzbetreiber TenneT, Amprion, 50Hertz und TransnetBW Mitte Oktober mit. [1]

Hohe Strompreise und finanzielle Ressourcen lassen Umlage sinken

Ursache hierfür seien zum einen die stark gestiegenen Preise an den Strombörsen, durch diese weniger für die Umlage aufgewandt werden müsse. So werden mit der EEG-Umlage zum einen die höheren Produktionskosten von Wind- und Solarkraftwerken im Vergleich zu Kohle- oder Gaskraftwerken finanziert und zum anderen wird die Differenz zwischen den Energie-Börsenpreisen und den festen staatlich verordneten Vergütungssätzen für Strom aus sogenannten erneuerbaren Energien (u.a. Wind oder Sonne ausgeglichen. Die Folge: Steigt der Börsenpreis für Strom, sinkt die Umlage.

Zum anderen sei das EEG-Konto noch gut gefüllt, da zuletzt weniger ausbezahlt werden musste als zunächst angenommen wurde.

Die Umlage macht gut ein Fünftel des Strompreises für Haushaltskunden aus. Es ist das dritte Mal seit ihrer Einführung 1998, dass sie sinkt. Die Kosten für die Umlage werden für 2018 von Experten auf über 26 Milliarden Euro geschätzt. [2]

Verbraucher spüren nichts von der Senkung der EEG-Umlage

Doch was besagt diese Senkung und kommt überhaupt bei den Endverbrauchern an? Oder ist es alles vor dem Hintergrund der seit Monaten steigenden Strompreise nur Augenwischerei?

Fakt ist: Die 5,7 Prozent machen für einen deutschen Durchschnittshaushalt mit rund 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch eine Ersparnis von nur rund 14 Euro im Jahr aus. [3] Doch diese schon sehr kleine Ersparnis wird von anderen Faktoren wieder aufgelöst. Denn das Wohl und Wehe des Strompreises machen noch weitere Kostenblöcke aus.

Steuern, Umlagen und Entgelte weiterhin Kostentreiber

So etwa Steuern, Netzentgelte und natürlich die Beschaffungskosten des Stroms. Und so werden die steigenden Beschaffungskosten u.a. für Kohle und Erdgas – die maßgelblich für die Stromerzeugung sind - am internationalen Energiemarkt letztlich an die Endkunden weitergereicht. [4]

Zum anderen müssen die Netzbetreiber (Übertragungsnetzbetreiber und Verteilnetzbetreiber) hohe Investitionskosten stemmen, um Stromleitungen zu modernisieren und auszubauen. [5] Hinzu kommen noch steigende Gebühren für die Nutzung der Stromnetze und für den Handel mit Emissionsrechten (CO2-Zertifikate). [6] Welche natürlich auf die Endverbraucher umlegt werden.

In diesem Jahr liegt der Strompreis für Privathaushalte bei durchschnittlich 29 Cent pro Kilowattstunde. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Dazu gehört die seit 2000 erhobene EEG-Umlage, die den Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert. Alle Stromkunden müssen sie bezahlen, für bestimmte Industriebranchen und Gewerbe gibt es allerdings Rabatte. Das heißt, jeder deutsche Haushalt trägt die Kosten der verbrauchsintensiven Industrie mit. [7]

Schon allein dadurch wird das kleine Einsparungspotential der EEG-Umlagen-Senkung mehr als wettgemacht. Für die Verbraucher heißt es weiterhin: Selbst Strom sparen, denn die Preise steigen weiter. Auf Entlastung von staatlicher Seite, mit der Reduzierung von Steuern und Abgaben, werden die Verbraucher vergeblich warten.

[1] EEG-Umlage sinkt im Jahr 2019 auf 6,405 ct/kWh, in: bundesnetzagentur.de vom 15.10.2018, Abruf am 29.10.2018.

[2] Ökostrom-Erzeuger kassieren 26 Milliarden Euro von Andreas Mihm, in: faz.net vom 18.01.2018, Abruf am 29.10.2018 und Ökostromumlage sinkt - Kaum Hoffnungen auf Preissenkungen von Tom Käckenhoff, in: reuters.com vom 15.10.2018, Abruf am 29.10.2018.

[3] Ökostrom-Umlage sinkt, in: rheinpfalz.de vom 16.10.2018, Abruf am 29.10.2018.

[4] Kohlepreis Chart in Euro - 1 Jahr, in: finanzen.net, Abruf am 26.10.2018 und Erdgaspreis - Natural Gas Chart in Euro - 1 Jahr, in: finanzen.net, Abruf am 26.10.2018.

[5] 50 Milliarden Euro für Stromleitungsausbau bis 2030 von Andreas Mihm, in: faz.net vom 31.01.2017, Abruf am 29.10.2018.

[6] CO2-Preis im Höhenflug von Stefan Sagmeister, in: energie-und-management.de vom 29.03.2018, Abruf am 29.10.2018 und Stromnetz-Ausbau und steigende Strompreise - Entwicklung der Netzentgelte, in: iwr-institut.de, Abruf am 29.10.2018.

[7] Rabatt bei EEG-Umlage: Mehr Strommengen beantragt, in: welt.de, Abruf am 26.10.2018 und Knapp 2000 Betriebe bleiben von EEG-Umlage verschont von Andreas Mihm, in: faz.net vom 21.12.2017, Abruf am 29.10.2018.




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