Klimawandel 2018 im Zeichen von Temperaturrekorden, Trockenheit und Klimawandel

Meteorologen haben Bilanz gezogen: Das Jahr 2018 in Deutschland war wärmer als alle zuvor beobachteten. Doch auch Rekorde bei der Solarstromproduktion wurden aufgestellt.

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Rekordjahr 2018: Extrem hohe Temperaturen, geringe Niederschläge.

In Deutschland und anderen Ländern in Europa war das vergangene Jahr das wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen, so der Deutsche Wetter Dienst (DWD). Der DWD berichtet, dass das Jahr 2018 im Durchschnitt 10,4 Grad Celsius warm gewesen sein soll. Das Jahresmittel des Zeitraums 1961 bis 1990 läge bei nur 8,2 Grad.

Als bisheriges Rekordjahr galt 2014 mit 10,3 Grad Celsius. Die neun wärmsten Jahre seit 1881 seien laut DWD allesamt in den Zeitraum seit dem Jahr 2000 gefallen. [1]

10 von 12 Monaten deutlich zu warm

Insgesamt hätten zehn Monate des Jahres 2018 deutlich über den Jahresmitteltemperaturen gelegen. Mit einer Differenz von plus 4,9 Grad vom langjährigen Mittelwert rangiert der April 2018 auf Platz 1, gefolgt vom Januar (+ 4,2 Grad über Durchschnitt), Mai (+3,9 Grad), Juli (+ 3,4 Grad), August (+3,4 Grad) und dem Dezember (+ 3,1 Grad). Laut DWD war der heißeste Ort 2018 die Stadt Bernburg an der Saale (Sachsen-Anhalt) mit 39,5 °C am 31. Juli.

Rekorde: 2000 Sonnenstunden und enorme Zunahme der Solarstromproduktion

Die hohen Temperaturen gingen auch mit einer großen Anzahl von Sonnenstunden einher. Es sollen mehr als 2000 gewesen sein. Damit ist das Jahr 2018 auch in dieser Kategorie ein Rekordjahr. Kein Jahr seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1951 war sonnenreicher. [1f]

Diese lange Sonnenscheindauer begünstigte scheinbar auch die Solarstromproduktion. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) sei ein Zuwachs von 16 Prozent beim Solarstrom gegenüber 2017 zu verzeichnen gewesen. [2]

Trockenheit ebenfalls ein Anzeichen von Klimawandel

Die vielen Sonnenstunden hatten laut DWD aber auch eine enorme Trockenheit zur Folge. Das vergangene Jahr zähle zu den niederschlagsärmsten seit 1881. So erreichten die 590 Liter pro Quadratmeter (l/m²) nur 75 Prozent des Mittelwertes. Dies habe eine schwere Dürre in Deutschland zur Folge gehabt, welche das Land seit April 2018 im Griff hatte. Rekordhalter bleibt dennoch das Jahr 1959 mit 551 l/m². [1f]

Nach Ansicht von Mojib Latif, Klimaforscher vom Helmholtz-Forschungszentrum Geomar in Kiel, wird der lange, heiße und trockene Sommer den meisten Deutschen in Erinnerung bleiben. Latif sehe dies als einen Weckruf, der nur der Anfang gewesen sei. Die Erderwärmung ist auf Kurs, so Latif weiter.

Einzelnachweise

[1] Jahr 2018 markiert neuen Temperaturrekord in Deutschland, auf: Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (iwr.de), vom 02. Januar 2019. Abruf am 29. Januar 2019.

[2] AGEB: 16 Prozent mehr Solarenergie 2018, von Sandra Enkhardt, auf: Photovoltaik Magazin Online (pv-magazin.de), vom 24. Januar 2019. Abruf am 29. Januar 2019.

[3] Die Erderwärmung ist auf Kurs, von Marlene Weiß, auf: Süddeutsche Zeitung Online (sueddeutsche.de), vom 26. Januar 2019. Abruf am 29. Januar 2019.


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