FRacking Gas-Fracking in China mit Atombomben-Technik

Das Fracking von Gas oder Erdöl ist seit Jahren in der Kritik. Umweltbelastungen werden in Kauf genommen, um klimaschädliche Energieträger zu gewinnen. Doch China will es nun auf die Spitze treiben: mit Atombombentechnik!

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Ein Bild aus alten Tagen. In China gewinnt man Gas und Öl mit Fracking.

Fracking-Gas galt lange als vorübergehendes Phänomen. Die Kosten seien zu hoch und Umweltbelastungen zu groß. [1] Ein Irrtum. Jedenfalls in China.

Denn China habe mit geschätzten 31,6 Milliarden Kubikmetern die weltweit größten Schiefergasvorkommen. Und diese wolle das Land in zunehmendem Maße auch ausbeuten. Berichten zufolge liegen aber 80 Prozent der Schiefergasvorkommen mehr als 3.500 Meter tief. Die Lagerstätten lägen somit für normale Fracking-Methoden zu tief. [2]

Mit Atombomben-Technologie Gas aus tiefen Erdschichten holen

Um an die tiefen Lagerschichten zu gelangen, wollen die Chinesen, laut der Zeitung South China Morning Post (SCMP), eine schon bei der amerikanischen Hiroshima-Atombombe genutzte Zündtechnik anwenden.

Diese brachiale Methode soll laut den chinesischen Planungen wie folgt ablaufen: So würde eine Art „Energiestab“ (energy rod) in jene Tiefen getrieben, in denen die Schiefergasvorkommen geortet worden sein sollen. Mit gewaltigen Stromstärken solle dieses „Torpedo“ steuerbare Schockwellen in das Gestein senden. Das Ziel sei, das Gas aus dem Schiefer zu pressen. Erste Tests soll es im März oder April geben.

Technik des Manhatten-Pojekts

Wichtiger Teil an dieser Technik wäre nach Medienberichten eine Zündvorrichtung, welche bei Atombomben genutzt wurde - "exploding wire detonator" (WWM), bzw. "exploding-bridgewire detonator" (EBW) genannt. [3]

Der sogenannte Torpedo. Es löst Atomsprengkopf-Technik die Schockwellen im Erdboden aus.Xian Jiaotong Unistersity / South China Morning Post

Diese Vorrichtung bestehe aus einem besonderen Draht, der durch einen kurzen und starken elektrischen Stromfluss explosionsartig verdampft. Anwendung fand diese Zündvorrichtung während des amerikanischen Manhattan-Projekts in den 40er Jahren sowie bei den ersten Atombomben der USA über Hiroshima und Nagasaki. [2f]

Laut South China Morning Post wird der Strom durch eine in einem Metallbehälter eingeschlossene Drahtspule geleitet, die sich unter Wasser befindet. Beim Verdampfen des Drahts entsteht eine sehr heiße, elektrisch geladene Plasmawolke, die starke Energie freisetzt. Damit würde eine Schockwelle von 200 Megapascal in kurzer Entfernung generiert, die eine Bruchzone von bis zu 50 Metern im Durchmesser auslösen könne, wenn es denn funktioniert.

Fracking in Erdbebengebiet

Die größten Schiefergasvorkommen liegen in Südwesten von China, in der Region Sichuan. Wissenschaftler der Sichuan-Universität in Chengdu warnen jedoch vor den potenziell verheerenden Umweltschäden, die die neue Technologie verursachen würde. Diese könne womöglich die Geophysik des Erdbodens verändern. So seien etwa auch Dämme des Drei-Schluchten-Staudamms, dem größten Wasserkraftwerk der Welt, in Gefahr.

Zudem geben sie zu bedenken, dass die Technologie auch in Erdbebengebieten der Region Sichuan genutzt würde. So kamen im Jahr 2008 in Sichuan mehr als 87.000 Menschen bei einem Erdbeben ums Leben. [2f]

Einzelnachweis

[1] China ist abhängig vom neuen Gas-Giganten Amerika, auf: Welt online (welt.de), vom 28. Juni 2018. Abruf am 29. Januar 2019.

[2] Is China’s plan to use a nuclear bomb detonator to release shale gas in earthquake-prone Sichuan crazy or brilliant?, von: Stephen Chen, auf: South China Morning Post Online (scmp.com), vom 27. Januar 2019. Abruf am 30. Januar 2019.

[3] China testet brachiale, von Atomwaffenwissenschaftlern entwickelte Frackingmethode, von Florian Rötzer, auf: Heise Online (heise.de), vom 29. Januar 2019. Abruf am 30. Januar 2019.

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