Venezuela verurteilt Seeblockade durch USA die auch Medikamente verhindert

Screenshot https://twitter.com/presidencialven?lang=de
Hat durchaus viele Anhänger auch im Internet: Der sozialistische Präsident von Venezuela, Nicolas Maduro.

Eigentlich sind die Weltmeere freies Gebiet. Niemand darf dort eine andere Nation am internationalen Handel blockieren. Niemand? Die USA setzen sich im Falle von Venezuela wie schon so oft in den vergangenen Jahrzehnten über internationales Recht hinweg. Das kritisiert nun auch Venezuelas Präsident Nicolas Maduro.

So sagte Maduro, er sehe sein Land als Opfer einer Seeblockade, welche die USA durchführten. Maduro habe, schreibt noticias24.com, deshalb sein Kabinett gebeten, genau darzulegen:

  • Wie die Sanktionen der Vereinigten Staaten internationale Zahlungen verhindern.
  • Welcher nationale Schaden durch die Sperrung von Konten staatlicher Institutionen verursacht wird.
  • Welche Auswirkungen es auf die Versorgung von Venezuela und seiner Bevölkerung hat, dass Schiffe mit venezolanischen Eingängen daran gehindert werden, venezolanische Häfen zu erreichen. [1]

"Venezuela muss wissen, wie viel Geld im Ausland gestohlen und gesperrt wurde und wie viele Schiffe, die Medikamente und Vorräte bringen, in den Häfen stehen", beklagte der umstrittene Präsident des sozialistischen Landes.

Die gesamte kritische Situation beruhe auf der Seeblockade der USA gegen das Land.

"Venezuela ist jetzt ein Opfer einer kommerziellen Seeblockade. Es gibt kein Schiff, das kommen und etwas bringen kann", klagte er. "Diese Schwierigkeiten rühren von den Forderungen der venezolanischen Opposition an die US-Regierung her, Maßnahmen gegen ihr eigenes Land zu ergreifen."

Vor der Finanz- und Handelsblockade sei es gelungen, dass neue Formen der Bezahlung und des Erwerbs von Nahrungsmitteln und medizinischen Gütern geschaffen worden seien, so Maduro.

"Suchen nach Möglichkeiten Medikamente und Lebensmittel ins Land zu bekommen"

«Wir suchen nach Möglichkeiten in der Welt Medikamente und Lebensmittel zu bringen, aber die Welt muss wissen, dass wir ein Opfer der heftigsten kommerziellen und einer echten Marineblockade und auch Luftblockade sind», sagte er.

Weiter schreibt noticias24.com, der Regierungschef habe seine nationalen Behörden angewiesen, sich der Realität in Venezuela zu stellen und Lösungen für die durch die US-Blockade verursachten Probleme zu finden.

Der Präsident habe zudem daran erinnert, dass die Ölgesellschaft von Venezuela Gelder verwende, «um den Venezolanern zu helfen, die medizinische Behandlung über eine Stiftung zu bezahlen, und dass die einseitigen Sanktionen der Regierung der Vereinigten Staaten (USA) die Zahlung dieser Gelder verhindert haben».

Wie die USA der staatlichen Ölgesellschaft von Venezuela, der PDVSA (Petróleos de Venezuela), schaden

Grund: Medizinische Zahlungen bei ausländischen Banken erfolgten bislang mit einer amerikanischen Tochtergesellschaft der staatlichen Ölgesellschaft von Venezuela, der PDVSA (Petróleos de Venezuela) und zwar über die Citgo.

Die US-Maßnahmen zwängen nun Bankinstitute, Geschäfte mit der amerikanischen zur PDVSA gehörenden Ölgesellschaft abzulehnen.

  • Nach Angaben von Wikipedia Deutschland sei die Petróleos de Venezuela S.A. «die größte Erdölgesellschaft Lateinamerikas und Venezuelas größter Exporteur». Sie sei 1976 im Zuge der Verstaatlichung der Erdölindustrie des Landes gegründet worden. Ihr Umsatz habe 2016 bei 48 Milliarden USD (umgerechnet bei 43 Milliarden Euro) gelegen. Das Unternehmen beschäftige 70.000 Mitarbeiter. [2]
  • CITGO wiederum sei, führt Wikipedia Deutschland weiter aus, «ein US-Erdölunternehmen mit Sitz in Houston.» Es sei «eine 100-%-Tochter der staatlichen venezolanischen PDVSA». Gegründet worden sei das Unternehmen 1910 in Oklahoma. In den Jahren 1986–1990 sei es dann in zwei Stufen durch die PDVSA übernommen worden. CITGO betreibe Raffinerien in den amerikanischen Häfen Corpus Christi, Lake Charles und Lemont und zwar «mit einer Tageskapazität von 749.000 Barrel (119.081 m³)». Außerdem unterhalte das zu Venezuela gehörende Ölunternehmen ein Vertriebsnetz mit 6500 selbständigen Tankstellen. [3]

«Es hat sich herausgestellt, dass PDVSA in einigen Teilen der Welt Vereinbarungen zur Bezahlung von medizinischen Behandlungen in Italien und anderswo getroffen hat. Und PDVSA bezahlte dann diese Behandlungen direkt», so Maduro.

Die «kriminellen Blockade» durch die USA habe aber nun dazu geführt, dass «keine Rechnung irgendwo in der westlichen Welt» bezahlt werden könne.

"Westliche Bank hat 6 Millionen Euro, die für Medikamentenzahlungen gedacht waren, gestohlen"

Nun suche die landeseigene Ölgesellschaft nach einer Möglichkeit, die Zahlungen medizinisch notwendiger Behandlungen zu gewährleisten, obwohl die US-Sanktionen dies derzeit verhinderten.

Ein Beispiel wie rücksichtslos die USA ihre Blockade gegen Venezuela durchsetzen, führte Maduro auch an:

"PDVSA suchte nach Alternativen und zahlte 6 Millionen Euro, und diese 6 Millionen Euro wurden von einer Bank gesperrt und gestohlen. Diese 6 Millionen Euro sollten für medizinisch notwendige Behandlungen bezahlt werden, um das Leben von Venezolanern jeden Alters zu retten ", beklagte er.

Maduro auf sozialen Netzwerken

Der sozialistische Präsident von Venezuela, Nicolas Maduro, hat auf sozialen Netzwerken durchaus eine Anhängerschaft. So folgen ihm beispielsweise auf seinem twitter Account @PresidencialVen 1,13 Millionen Menschen (Stand: 4. Juni 2019).

Einzelnachweise

[1] Presidente Maduro denunció que Venezuela es víctima de un bloqueo naval por parte de EE UU, übersetzt: «Präsident Maduro prangerte Venezuela als Opfer einer Seeblockade der Vereinigten Staaten an», in: noticias24.com vom 31.5.2019. Abgerufen am 4.6.2019.

[2] Petróleos de Venezuela, in: Wikipedia Deutschland. Abgerufen am 4.6.2019.

[3] Citgo Citgo Petroleum Corporation, In Wikipedia Deutschland. Abgerufen am 4.6.2019.

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