Polen diskutiert über hohe Kosten der Energiewende

Wie in Deutschland und einigen anderen EU-Staaten, diskutieren auch Politiker, Unternehmer und Bürger in Polen, inwiefern die Energiewende hin zu nachhaltigerer und umweltschonender Energieproduktion vorangetrieben werden könnte. Vor allem die Kosten machen Sorge.

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Seit 2012 wurde in Polens Hauptstadt Warschau viel gebaut. Hier neue Wolkenkratzer.

Doch noch befindet sich das Thema möglich Energiewende in Polen in den Kinderschuhen. Es stelle vor allem, schreibt das Nachrichtenportal wnp Polska, «den Vertriebssektor und die Eigentümer der Infrastruktur vor große Herausforderungen».[i]

So müssten sowohl die Stromtrassenbesitzer, als auch Energieversorgungsunternehmen und einige andere an der Lieferkette beteiligte Institutionen hohe Investitionen leisten, um das Ziel zu erreichen.

Doch ob sie dazu bereit sind, ist nicht klar und wurde nun einmal mehr auf dem 11. Europäischen Wirtschaftskongress diskutiert, also auf dem "Europejskiego Kongresu Gospodarczego". Er fand vom 13. Bis 15. Mai 2019 in Katowice statt.

  • Nach eigenen Auskünften des dreitätigen Kongresses hätten daran über 12.500 Personen teilgenommen, darunter rund 1.000 Redner.
  • Unter den Teilnehmern war unter anderen Jadwiga Emilewicz, die polnische Ministerin für Unternehmertum und Technologie.
  • Ebenso anwesend war Luca Jahier, Vorsitzender des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses.
  • Teilnehmer war zudem Vazil Hudák, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank.
  • Ebenfalls auf der Gästeliste: Sanjay Samaddar, Vizepräsident, ArcelorMittal und Vorsitzender des Aufsichtsrats von ArcelorMittal Polen.
  • Des weiteren waren zahlreiche Vertreter aus Litauen auf dem Kongress.[ii]

Die Debatte lief unter dem Motto "Energieinfrastruktur angesichts neuer Phänomene". Dabei ging es auch um folgende Themen:

  • Elektromobilität.
  • Energiespeicherung.
  • Produktionsstreuung.
  • Solarboom.
  • Sonstige Veränderungen auf dem Energiemarkt.
  • Wer die Kosten der Energiewende zu tragen hat.

Nach wie vor treten sowohl die Energiewirtschaft wie die Politik beim Thema Energiewende in Polen auf die Bremse. Sorgen bereiteten die astronomisch hohen Investitionssummen. Sie müssten letztlich von den Bürgern getragen werden: Wie in Deutschland durch deutlich höhere Stromkosten, eingetrieben über staatlich erhobene zusätzliche Steuern und Abgaben.

Systemsicherheit

«Es geht um Systemsicherheit und Versorgungsstabilität, aber auch um künftige wirtschaftliche und soziale Vorteile im Zusammenhang mit der Energiewende», so wnp.pl.

Auf dem Kongress hielt auch Jarosław Broda, Vizepräsident des Verwaltungsrates für Immobilienmanagement und -entwicklung bei Tauron Polska Energia einen Vortrag. Dabei sei er insbesondere auf das erwartete «Ausmaß der Veränderungen im Energiesektor» eingegangen.

Diskutiert worden sei auch die Frage, inwiefern es Sinn mache, dass möglichst viele Haushalte oder Unternehmen «zum Selbstausgleich» übergingen. Dies bedeute, dass «jeder Empfänger über Sonnenkollektoren, Wärmepumpen und autarke Energie» verfüge.

Zweifel über autarke Stromnetze

Hier gebe es «Zweifel», inwieweit ein solch autarkeres Strom-Netzwerk dann überhaupt existieren könne:

«Große Unternehmen können damit umgehen, aber was ist mit kleineren Unternehmen?», zitiert wnp.pl Broda und führt zudem aus:

«Wie können die Kosten für die Aufrechterhaltung des Netzwerks, welche für das Funktionieren der Wirtschaft erforderlich sind, sozialisiert werden?»

Einzelnachweise

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