Klimasünder CO2-Emissionen: Rote Karten für Katar, China, die USA, Australien und Indien

Mit 30,8 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß pro Kopf sei das Emirat Katar angeblich der schlimmste CO2-Sünder je Einwohner weltweit. Die Volksrepublik China habe mit 28,2 Prozent zudem den größten Anteil an der weltweiten CO2-Luftverschmutzung. Die Treibhausgaskonzentration sei hier so hoch wie nie. Dies behauptet zumindest eine aktuelle Studie des Interessenverbandes der Energiewirtschaft, der Internationalen Energieagentur mit Sitz in Paris.

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CO2-Emissionen weiter weltweit auf hohem Niveau .

Bereits im November 2018 mahnte der „Allianz Klima- und Energiemonitor 2018“ eine radikale Minderung der Kohlendioxidfreisetzung (CO2-Emmission) für die untersuchten G20-Staaten an. Nur so seien die Ziele des Pariser Klimaabkommens noch zu erreichen. [1] Stromanzeiger berichtete hierzu ausführlich.

Ebenfalls im November 2018 vermeldete die World Meteorological Organization (WMO), dass die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre so hoch wie nie sei. [2]

CO2-Ausstoß steigt trotz Pariser Klimaabkommen weiter an

Nach Zahlen der International Energy Agency (IEA) sehe es bei den CO2-Emissionen – die auch zu den Treibhausgasen zählen – in vielen Länder nicht gut aus. Das Pariser Klimaabkommen ist seit 2016 in Kraft – seither steige der Ausstoß an Kohlendioxid. Nach Zahlen der IEA stiegen die CO2-Emissionen im Jahr 2017 um 1,4 Prozent, für 2018 wird eine weitere Zunahme erwartet, so die Agentur. [3]

Die International Energy Agency (IEA) ist selbständiger Teil der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). [4] Allerdings sagt man der IEA nach auf Grund der Mitgliedsländer von politischen Interessen eben derer nicht unabhängig zu sein, was sich auch auf Studien auswirken dürfte.

Die OECD umfasst aktuell 36 Mitgliedsstaaten. Darunter finden sich hauptsächlich Industrienationen aus Nordamerika und Europa. Staaten wie China, Indien oder Brasilien sind keine Mitglieder. [5]

Die IEA wurde 1974 im Zuge der internationalen Ölkrise gegründet. In ihr sind 30 Staaten vereinigt, jedoch ohne die erdölproduzierenden Staaten am Persischen Golf. Die IEA gilt Kritikern als "eher den fossilen Energien zugewandt". So gestand die IEA erstmals im Jahr 2008 ein, dass fossile Energieträger nicht zukunftsfähig seien. [6]

CO2-Emissionen: Katar, Vereinigte Arabische Emirate & Saudi Arabien größte Pro-Kopf-CO2-Sünder

Auch wenn fossile Energien in Frage gestellt werden, so sind sie noch immer Haupttriebkräfte der Energieversorgung und der Mobilität weltweit. Kohlendioxidemissionen sind dabei die unvermeidbaren "Nebenwirkungen".

Doch laut IEA-Zahlen gebe es gravierende Unterschiede beim CO2-Ausstoß. So bewertet die IEA in ihrer Studie "Key world energy statistic" für das Jahr 2016 die weltweiten Emissionen und versucht die untersuchten Länder anhand des Pro-Kopf-CO2-Ausstoßes zu klassifizieren.

Geht es nach den Daten der IEA, soll das Emirat Katar (absolutistische Monarchie) die größte Pro-Kopf-Dreckschleuder im internationalen Staatenvergleich sein. Die 2,6 Millionen Einwohner sollen im Jahr 2016 pro Kopf 30,77 Tonnen CO2 (insgesamt: 79 Millionen Tonnen) in die Atmosphäre geblasen haben. Zum Vergleich: Der weltweite Durchschnitt betrage laut IEA-Daten 4,35 Tonnen CO2 pro Kopf.

Auf dem zweiten Platz der CO2-Sünder landeten nach IEA-Angaben die Vereinigten Arabischen Emirate mit ihren schätzungsweise rund 5 Millionen Einwohner, wovon aber nur rund 300.000 original Emirate sind, der Rest Gastarbeiter oder internationalen Investoren, die sich Wohnraum dort gekauft haben. Die derzeit in medien und Statistiken kursierenden angeblichen 9 Millionen Einwohner bezweifeln Fachleute, da die Vereinigten Arabischen Emirate beispielsweise 1955 gerade noch 55.000 Einwohner hatten.

Nach der neuen Studie der Energieagentur sollen in den sieben Emiraten (unter anderem Abu Dhabi und Dubai) 20,69 Tonnen CO2 pro Kopf freigesetzt worden sein. Insgesamt, so besagen die IEA-Daten, seien es fast 192 Millionen Tonnen.

Energiepolitik Saudi-Arabiens in der Kritik

Mit angeblich 16,34 Tonnen CO2-Ausstoß pro Kopf landet Saudi-Arabien (wie die Emirate eine absolute Diktatur gekleidet in eine absolutistische Monarchie) auf dem dritten Platz im internationalen Vergleich, so jedenfalls die IEA. Insgesamt habe man zwischen Rotem Meer und Persischen Golf 527 Mio. Tonnen CO2 frei gesetzt, wollen die Statistiker der Agentur herausgefunden haben. [7]

Bereits im November 2018 kritisierte der "Allianz Klima- und Energiemonitor 2018" die unzureichende Energiepolitik in Saudi-Arabien. Das erdölreiche Land bliebe, so die Allianz-Studie, etwa bei der Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens weit hinter den vereinbarten Zielen zurück.

Im Bereich des Ausbaus der Erneuerbaren Energien verzeichnete der Allianz-Monitor für Saudi-Arabien nur ein Wachstum von 0,6 Prozent. Zugesagt hatten die Saudis aber im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens aus dem Jahr 2015 einen jährlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien im Umfang von circa 3 Prozent.

Der Allianz-Bericht deutete an, dass Saudi-Arabiens jährliche geplante Steigerung von Erneuerbarer Energien im Rahmen der untersuchten Länder am weitesten hinter den Zielen des Pariser Klimaabkommens zurückbleibe. [8]

Kein Anlass zur Wende durch billige Energiepreise in Arabien / Ölverbrauch steigt sogar

Fakt ist aber auch, dass zum Beispiel die Benzinpreise in Katar sehr billig sind. So musste man etwa am 10. Dezember 2018 für einen Liter Benzin 1,85 Katar-Riyal bezahlen. Dies sind umgerechnet 45 Euro-Cent. Ebenfalls sehr billig im Vergleich zu Europa ist der Sprit in den Arabischen Emiraten oder in Saudi-Arabien. So kostet ein Liter Benzin in den Emiraten umgerechnet 52 Cent und in Saudi-Arabien etwa 48 Cent. [9]

So stieg auch der Erdölverbrauch bei der Inlandsnachfrage in allen drei Ländern seit 2007 zum Teil rapide an. Im Jahr 2017 betrug der Erdölverbrauch Katars rund 13 Mio. Tonnen. Zehn Jahre zuvor waren es noch 5,7 Mio. Tonnen. Das bedeutet einen Anstieg von 130 Prozent. In den Emiraten stieg der Verbrauch von 29,3 Mio. Tonnen (2007) auf 45 Mio. Tonnen (2017). Dies ergibt eine Steigerung des Ölverbrauchs von 54 Prozent. Saudi-Arabien verbuchte eine Steigerung von 108,2 Mio. Tonnen auf 172,4 Mio. Tonnen (Steigerung von 59 Prozent).

Zum Vergleich: Die Industrienation Deutschland verbuchte lediglich eine Zunahme von 2,2 Prozent beim inländischen Ölverbrauch zwischen 2007 und 2017. [10]

Australien, USA, Kanada und Russland ebenfalls mit hohen CO2-Raten pro Einwohner

Im Ranking der aktuellen Klimasünder stehen auch die westlichen Industrienationen ganz weit vorne. So führt die IEA-Studie aus, dass beispielsweise angeblich Australien pro Kopf 16 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 2016 in die Atmosphäre der Südhalbkugel geblasen habe (insgesamt: 392,4 Mio. Tonnen).

Die größte Industrienation der Welt, die USA, kämen auf 14,95 Tonnen pro Person. Das Gesamtvolumen an CO2-Ausstoß soll angeblich 4.833,1 Mio. Tonnen betragen haben. Der nördliche Nachbar der USA, Kanada, komme immerhin auf 14,91 Tonnen CO2 pro Einwohner, so die Agentur. Insgesamt verursachte das zweitgrößte Land der Welt 540,8 Mio. Tonnen CO2, so jedenfalls die IEA-Daten. Das kleine Südkorea zählt laut Internationaler Energieagentur mit 11,5 Tonnen je Einwohner (insgesamt: 589,2 Tonnen CO2) ebenfalls zur Spitzengruppe.

Russland (Russische Föderation) habe nach IEA-Angaben 9,97 Tonnen CO2 je Einwohner produziert. Insgesamt wurden zwischen Ostsee und Beringstraße 1.438,6 Mio. Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. [7]

Deutschland hinter den Niederlanden und Japan

Deutschland findet sich nach Energie-Agentur Zahlen im internationalen Vergleich mit 8,8 Tonnen CO2-Emmision pro Bundesbürger auf Platz 11 der Umweltsünder, noch hinter den Niederlanden (9,2 Tonnen) und Japan (9,04 Tonnen). Insgesamt seien zwischen Nordsee und Bayerischen Wald 731,6 Mio. Tonnen im Jahr 2016 in die Atmosphäre angegeben. [7]

Studie: Größte Luftverschmutzer China, USA, Indien, Russland und Japan

Wenn man den Zahlen glauben darf, seien allein China, die USA, Indien, Russland und Japan für 59 Prozent der global in die Atmosphäre gepusteten CO2-Emisionen verantwortlich.

Weltweit seien nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur 32.316 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 2016 freigesetzt worden. Davon entfielen angeblich 9.102 Mio. Tonnen auf China (28,2 Prozent Anteil), auf die USA 4.833,1 Mio. Tonnen (15,99 Prozent), Indien 2.076,8 Mio. Tonnen (6,24 Prozent), Russland 1.438,6 Mio. Tonnen (4,53 Prozent) und Japan 1.147,1 Mio. Tonnen (3,67 Prozent). [7]

Im Rahmen der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz wird von Umweltverbänden eindringlich eine Reduzierung der CO2-Emissionen gefordert. Aktuelle Berichte gehen aber davon aus, dass sich ein Teil der Industrienationen eine Entscheidung zur nachhaltigen Reduzierung der CO2-Emissionen ab 2020 widersetzen werden. [11]


Einzelnachweise

[1] Medienmitteilung: Frankreich überholt Deutschland von Allianz SE, Group Communications and Corporate Responsibility, auf: allianz.com vom 26. November 2018. Abruf am 27. November 2018. (S. 1, 2 und 3)

[2] Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre so hoch wie nie zuvor, auf: Neue Presse Online (neuepresse.de) vom 22. November 2018. Abruf am 12. Dezember 2018.

[3] Global Energy & CO2 Status Report, auf: International Energy Agency Online (www. iea.org) vom November 2013. Abruf am 12. Dezember 2018.

[4] Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, auf: wikipedia.de. Abruf am 12. Dezember 2018.

[5] List of OECD Members countries, auf: oecd.org. Abruf am 12. Dezember 2018.

[6] Internationale Energieagentur, auf wikipedia.de. Abruf am 12. Dezember 2018.

[7] Key world energy statistics von International Energy Agency, auf: International Energy Agency Online (www. iea.org) vom November 2013. Abruf am 12. Dezember 2018. (S. 29ff)

[8] Allianz Climate and Energy Monitor 2018 von Allianz SE, Group Communications and Corporate Responsibility, auf: germanwatch.org vom 26. November 2018. Abruf am 12. Dezember 2018. (S. 5f)

[9] Benzinpreise je Liter, auf: globalpetrolprices.com vom 10. Dezember 2018. Abruf am 12. Dezember 2018.

[10] BR Statistical Review of World Energy, auf: British Petrol (bp.com) vom Juni 2018. Abruf am 12. Dezember 2018. (S. 17)

[11] Zu viele untätige Nationen: Der Kampf gegen den Klimawandel steckt in der Sackgasse von Oliver Scheel, auf: wetter.com vom 12. Dezember 2018. Abruf am 12. Dezember 2018.


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