Pariser Klimaschutzabkommen treibt Strompreis nach oben

Auf Grund des Umbaus der deutschen Energiebranche weg von Atomstrom und Kohlestrom hin zu Erneuerbarer Energie aus Wind, Wasser oder Photovoltaik steigen die Strompreise in Deutschland weiter. Neben der 2011 beschlossenen Energiewende in Deutschland ist auch das Pariser Klimaschutzabkommen aus dem Jahr 2015 Preistreiber.

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Und die Strompreise steigen und steigen und steigen in Deutschland. Schuld sind der Staat und die teure Energiewende.

Im Strompreis werden neben Steuern auch Abgaben und Umlagen wie die EEG Umlage fällig. Allein der Anteil an Steuern, Abgaben und Umlagen macht bereits ca. 50 Prozent des Endverbraucherpreises aus.

Jedenfalls teilten nun zwei Preisvergleichsportale, die mit der Vermittlung von Strom oder Gas jedes Jahr nach Schätzungen über 200 Millionen Euro umsetzen (Check24 und Verivox) mit:

Der Strompreis für Privathaushalte sei im EU-Land Deutschland so teuer wie nie. Allerdings ist die Meldung wohl eher als PR-Meldung zu verstehen. Denn das mitgeteilte Preisniveau bei den Stadtwerken und Gemeindewerken, den sogenannten "Grundversorgern", ist nicht erst seit heute auf einem Niveau von 29 Cent pro Kilowattstunde Strom.

Aktuell bewege sich, so die Maklerportale, der Strompreis inklusive Steuern, Umlagen und Abgaben nebst ca. 25 Prozent Netzentgelte für jene Unternehmen, die Strom über Stromtrassen in unserer Haushalte bringen (unter anderem Tennet, Amprion, 50Herz, Energie Baden-Württemberg), bei 29,42 Cent.[i]

Auch Preisvergleichsportale wie Billiger.de oder Preisvergleich.de verkaufen seit Jahren Strom und Gas, ebenso zahlreiche kleinere Anbieter. Außerdem verkaufen Energieversorgungsunternehmen über ihre Homepages Strom oder Gas.

Pro vermittelten neuen Stromkunden kassieren die Preisvergleichsportale je nach prognostiziertem Stromverbrauch zwischen 40 und 70 Euro Provision, was das Vermitteln von Stromkunden zu einem Millionengeschäft macht.

Bezahlen müssen die Provisionen die Energieversorgungsunternehmen in Form von Preisnachlässen. Das macht die neuen Stromkunden, welche über Preisvergleichsprotale vermittelt werden, für die Energielieferanten in den ersten zwei Jahren in der Regel nicht profitabel und zu einem Verlustgeschäft.

Erste zwei Jahre häufig ein Verlustgeschäft

Ursache hierfür sind auch von Verivox und Check24 den Energieversorgungsunternehmen vorgeschriebene Sofortboni (zahlbar innerhalb der ersten sechs Wochen) und Jahresboni, welche Neukunden eingeräumt werden müssen, wenn sie auf Verivox und Check24 Strom verkaufen möchten. Zwar listen die Portale auch Tarife ohne Boni, die werden aber nicht so gut geklickt, wie jene mit Boni.

In Deutschland gibt es nach Schätzungen rund 700 bis 800 Energieversorgungsunternehmen, meist Stadtwerke und Gemeindewerke. Ihnen wurde vom Gesetzgeber die Grundversorgungs-Rolle zugespielt. Die Grundversorger müssen, wenn beispielsweise ein privater Anbieter Konkurs geht, die in den Regionen betroffenene Kunden auffangen.

Neben den Grundversorgern gibt es noch rund 200 bis 300 private Energieversorgungsunternehmen, die in der Regel keinen Strom produzieren, sondern häufig nur als Händler an private Endkunden oder Gewerbekunden weiterverkaufen. Sie erhalten ihren Strom von Strombörsen oder Großhändlern.

Wenn Stadtwerke und Gemeindewerke kostenlos Hunderttausende Neukunden bekommen

Das Auffangen der Kunden von Konkurs gegangenen Energieversorgern ist durchaus profitabel für Stadtwerke und Gemeindewerke: Denn sie erhalten so, wie kürzlich im Falle des Konkurses der BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH aus München und Offenburg, auch als BEV Energie bekannt, teils Hunderttausende Kunden kostenlos in ihre Kundendatei.

Eine Familie, die jährlich rund 4000 Kilowattstunden Strom verbrauche, müsse derzeit rund 60 Euro mehr bezahlen, als noch vor einem Jahr, heißt es. Doch richtig ist auch: Ohne die in Deutschland exorbitant hohe Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte läge der Strompreis pro Kilowattstunde nicht bei ca. 30 Cent, sondern deutlich unter diesem Niveau.

Neben den Strompreisen steigen auch die Gaspreise. Für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen jährlichen Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden, müssten derzeit rund 1220 bis 1263 Euro bezahlt werden. Das seien rund 10 Prozent mehr, als noch vor einem Jahr. Fakt ist: Gerade für Mehrfamilienhäuser oder Einfamilienhäuser ist vor allem die Beheizung mit Erdgas gut ein Drittel billiger als mit Strom.

Einzelnachweise


[i] Strompreise auf Rekordniveau, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Online vom 1.4.2019. Abgerufen am 3.4.2019.

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