Tagung zur Zukunft der Windenergie in Nordrhein-Westfalen am 23. Mai

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen lädt für den 23. Mai zur Diskussionsrund zur Zukunft der Windenergie ein. Die Veranstaltung wird im Schulungszentrum in Bad Sassendorf ausgerichtet.[i]

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Sind die finanziell lukrativen Zeiten für Windenergie Made in Germany vorbei?

Sollen die Klimaziele der Pariser Beschlüsse bis 2050 erreicht werden - also die Deckelung der globalen Erderwärmung auf maximal 1,5 bis 2 Grad durch CO2-Reduktion – würde das bedeuten: Alle rund 200 unterzeichnenden Staaten müssten bis zu 25.000 Milliarden Euro in den nächsten 30 Jahren ausgeben. Das rechnete auch der Allianz Klimamonitor 2018 vor.

Während in Deutschland über Jahrzehnte auch Kleinsparer gute Renditen aus Investments in Windräder erzielen konnten, gilt seit geraumer Zeit: Das ist vorbei, da die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD ihre Subventionen in Windkraft beendete.

Die bisherige Förderung lief im Rahmen des Erneuerbare Energiengesetz (EEG). Das Ende der Förderung von Windkraft, bedeutet aber nicht das Ende der EEU-Umlage. Nach wie vor müssen die Deutschen mit jeder Stromrechnung rund 50 Prozent an Steuern und EEG-Umlagen an den Staat abdrücken. Der Energieversorger ist lediglich das Inkassobüro für den Staat.

Nach dem deutschen Gesetz müssen die Energieversorger zudem weitere 25 Prozent mit jeder Stromrechnung eintreiben und an die vier vom Gesetzgeber mit Monopolmacht ausgestatteten Verteilnetzbetreiber überweisen. Die Rede ist von den Verteilnetzgebühren.

Diese Gebühren erhalten auch mit jeder Stromrechnung rund 600 bis 700 Übertragungsnetzbetreiber, meist Stadtwerke. Auch hier fungieren die Energieversorger im Auftrag des Staates lediglich als Inkassobüro für die Übertragungsnetzbetreiber.

Damit das möglich ist, müssen sich wiederum zahlreiche private Energieversorgungsunternehmen auf Preisvergleichsportalen wie Verivox, Check24 oder Billiger.de teils ruinöse Preiswettbewerbe um Neukunden liefern.

Grund: Portale wie Verivox oder Check zwingen die Portale in zwei Kategorien gelistet zu werden:

  • Entweder ohne Sofortbonus und Jahresbonus.
  • Oder mit Sofortbonus und Jahresbonus.

Der Sofortbonus ist letztlich aber ein PR-Gag von Verivox und Check24. Denn er wird nicht sofort überwiesen, sondern in der Regel erst nach rund sechs Wochen. Also dann, wenn möglichst die ersten beiden monatlichen Stromrechnungen durch die Kunden auch bezahlt wurden.

Doch das von Verivox und Check24 angetriebene üble Spiel mit den Boni treibt in schöner Regelmäßigkeit Jahr für Jahr Dutzende Energieversorger in den Ruin. Erst kürzlich wieder hatte es unter anderem die BEV Energie (BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH aus München und Offenburg) genau deshalb erwischt.

Viel Stoff also für die Diskussionsrunde in Nordrheinwestfalen rund um die Energiewende, aber auch die künftigen Strompreise. Die Strompreise steigen in Deutschland seit Jahren auf Grund der super teuren Energiewende hin zur Erzeugung mehr Erneuerbarer Energie dramatisch.

Die Landwirtschaftskammer NRW führt die Veranstaltung zur Zukunft der Windkraft gemeinsam mit dem Netzwerk Windenergie der Energie Agentur NRW durch.

Die Tagung beginnt um 9 Uhr und endet um 14.30 Uhr.

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Einzelnachweise

[i] Wie geht es weiter mit der Windenergie?, von Hinrich Neumann, In: top agrar.com vom 13.5.2019.

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